Slettirs Blog

Ich heiße Slettir vom Hochwaldhof, Islandpferd, Farbe isabell, geboren am 24.05.2002 im Rheinland. Zusammen mit meinem Cousin und Kumpel Fákur vom Hochwaldhof wohne ich seit 2008 im Aktivstall Raitschin. Zusammen mit meinen pferdigen Freunden und auch meinen Menschen Sabine und Andreas Barnickel wird das Leben nicht so schnell langweilig. Hier darf ich über meine/unsere Erlebnisse berichten.  

Euch wünsche ich viel Spaß beim Lesen! 

 


26. Mai 2013, 20:04

Dauerregen und miese Laune

Dieser Dauerregen heute macht mir echt schlechte Laune. Der einzige Vorteil ist, dass meine Hufeisen nicht knarzen. Das tun sie nämlich schon seit Tagen. Meine Hufe sind einfach zu groß geworden für die Eisen. Ich spüre, dass Frauchen davon auch genervt ist. Hoffentlich tut sie bald etwas dagegen.

Schon höre ich sie nach mir rufen. Bei dem Mistwetter will sie bestimmt nicht mit mir arbeiten, denke ich mir, und verlasse spontan den Fressstand. Aber dann sehe ich das Halfter und bin mir nicht mehr so sicher, ob sie nicht doch etwas von mir will. Ich zeige mich schlecht gelaunt, lege die Ohren an. Leider hilft mir das nichts. Ich weiß gar nicht, wie sie mich immer wieder kriegt. Mit Ohrenanlegen kann ich sie offensichtlich nicht beeindrucken. Fákur sein Herrchen auch nicht – und der ist mindestens so schlecht drauf wie ich.

Widerwillig gehe ich mit, stehe dann neben Fákur und wir zittern ein bisschen um die Wette. Vielleicht erregt das Mitleid. Scheint so, denn wir werden nur ein bisschen gekrault und bekommen dann lecker Karotten, Äpfel und sogar Banane. Das steigert die Laune.

Schade, dass Herrchen und Frauchen dann so schnell wieder weggehen …

Slettir vom Hochwaldhof




06. Mai 2013, 21:36

Besuch einer grauen Dame

Wochenende 4.​/​5. Mai

Die blonde Kristina – die Menschen nennen sie auch Reitlehrerin – ist wieder einmal da. Viel spannender ist jedoch, dass eine fremde, graue Stute im hinteren Unterstand einzieht. Ich frage mich, ob sie bleiben wird. Ich passe erst einmal auf, dass sie nicht zu den Anderen kommt – oder die Anderen zu ihr. So ein Stütchen ist ja immer eine Attraktion. Ist ganz schön anstrengend, die ganze Zeit aufzupassen. Ich bin fast erleichtert, als Frauchen mich holen kommt und damit die Führung übernimmt. Außerdem muss ich schließlich auch mal fressen.

Fákur scheint sich sogar ein bisschen in die Kleine verliebt zu haben und zeigt das recht deutlich. Dann soll er doch auf sie aufpassen. Ich gehe lieber zum Stroh oder übe fleißig mit Frauchen …

… Außer es nerven die Fliegen. Erst ist es kalt und feucht, dann, am Sonntag, wird es sonnig und warm und schwupps sind sie da, diese Fliegviecher. Krabbeln an Augen und Nase herum, kitzeln und nerven. Damit Frauchen das auch versteht, schicke ich ab und zu ein Fliege in ihr Gesicht. Das funktioniert gut. Muss ich mir fürs nächste Mal merken.

So plötzlich und unerwartet wie sie aufgetaucht ist, zieht die graue Stute wieder aus dem Unterstand aus. Endlich kann ich mich wieder darauf konzentrieren, ein ganz normales Herdenmitglied zu sein. Herdenpolizei zu sein, ist mir auf Dauer sowieso zu anstrengend. Bin ich froh, dass ich nicht Chef bin …

Slettir vom Hochwaldhof




03. April 2013, 20:21

Der Urlaub ist vorbei

Also wirklich, erst kommt Frauchen fünf Tage lang gar nicht und dann erwartet sie, dass ich freudig auf sie zustürme. Nicht mit mir. Ich versuche, sie zu ignorieren und marschiere erst einmal Richtung Futter. Leider können diese Zweibeiner durch Zäune gehen und sie schneidet mir den Weg ab. Mist.

Ich muss ja zugeben, dass mir die Striegelei dann gut gefällt, sehr gut sogar. Aktuell juckt der Pelz ganz schön, da trotz anhaltender Kälte Fellwechsel angesagt ist.

Nachdem Ausritt knuddelt sie mich ausgiebig und sagt, dass sie dieses Mal auf Island kaum bessere Pferde geritten hätte. Sonst erzählt sie mir nach längerer Abwesenheit immer, ich müsste doch endlich vernünftig tölten. Ich glaube, das war dann doch ein Lob. Schön. Ich freue mich, dass Frauchen wieder da ist!

Das war gestern. Heute belästigt sie mich dafür wieder mit dem Hufschmied. Wie nervig …

Slettir vom Hochwaldhof




19. März 2013, 20:37

Frauchen spinnt

Heute zumindest benimmt sie sich wieder extrem seltsam: Sie kommt in den Unterstand gestürmt, während ich gerade ein Mittagsschläfchen halte. Dann krault sie mir wie eine Irre den Winterpelz aus dem Fell, spricht dabei in ihr komisches Gerät (so wie es sich anhört mit Herrchen) und schwupps, ist sie wieder weg.

Ich habe derweil ja versucht Nüsternkommunikation mit ihr zu betreiben, aber ganz ehrlich: diese Zweibeiner beherrschen das einfach nicht und es kommt nur Gestammel dabei raus .​.​.

Slettir vom Hochwaldhof




04. März 2013, 19:45

Hilfe, ich werde vernachlässigt

Frauchen hat in letzter Zeit meinen Blog ganz schön vernachlässigt. Und jetzt vernachlässigt sie auch noch mich. Naja, ganz so schlimm ist es nicht, aber Fákur bekommt gerade extrem viel Zuwendung. Ständig schwirren unsere beiden Menschen um ihn herum. Eine fremde Frau, die nach anderen Pferden riecht, war auch da und hat sich mit ihm beschäftigt. Kurz und gut, ich bin eifersüchtig. Schließlich sollte ICH für Frauchen absolut im Mittelpunkt stehen. Aber was macht sie? Schimpft auch noch, wenn ich um Aufmerksamkeit heische.
Fákur sagt, ich soll mich nicht so haben und froh sein, dass ich seine Probleme nicht habe. Ihn juckt’s nämlich unter der Mähne, dass er sich bis auf die Haut schubbelt, und zwar nicht nur vom beginnenden Fellwechsel. Er meint auch, ich wäre beim Schmied schon so ungeduldig, dass ich das mit der Wascherei nicht lange ertragen würde – alle zwei Tage muss er das über sich ergehen lassen. Ich sollte mich freuen, dass ich auch extra Putz- und Futtereinheiten bekäme.
Also wirklich, der ist wieder so erwachsen.

Was noch? Ach ja, kaum kommt die Sonne endlich mal raus, schon übertreiben es unsere Menschen wieder mit der Ausreiterei. Mindestens drei Mal Fressen ist ausgefallen und Muskelkater habe ich auch. Teilweise war der Schnee auch noch viel zu hoch, um bequem schlurfen zu können. Zur Strafe hat Frauchen frieren müssen. Das kommt davon, wenn man kein vernünftiges Fell hat…

Slettir vom Hochwaldhof




13. Januar 2013, 20:28

Ich will nicht ...

Samstag, 12.​01.

Die Sonne scheint und ich habe auch Lust etwas zu unternehmen. Das Einzige, was ich zur Zeit gar nicht gerne mache, ist voraus zu gehen. Fákur ist immer noch der ältere und ranghöhere von uns beiden. Aber Frauchen scheint das nicht zu verstehen. Und dann kommt dieser Bach …

Herrchen und Frauchen steigen ab (Frauchen erinnert sich wohl daran, wie wir beide letztes Jahr fast baden gegangen wären. Ha, das ist meine Chance. Ich gehe da einfach nicht drüber. Ich tue einfach mal so, als ob ich … Nee, Frauchen glaubt mir nicht, dass ich Angst habe. Also geht Herrchen erst einmal mit Fákur vor – in dem Glauben, dann würde ich auch kommen. Ha, so leicht mache ich euch das nicht. Ich will da jetzt nämlich nicht drüber! Nein, nein und nochmal nein.

Ich tue alles dafür, dass ich nicht über den Bach muss. Aber unsere beiden Menschen geben nicht auf. (Fákur guckt inzwischen sehr gelangweilt, statt dass er irgendwie zu mir hilft. Verräter!​). Und urplötzlich stehe ich auf der anderen Seite des Baches. Mist, Herrchen hat mich überlistet. Darüber freuen sich Herrchen und Frauchen so sehr, dass ich dann doch noch Streicheleinheiten bekommen …

Sonntag, 13.​01.​13

Heute stört Frauchen ausgerechnet beim Spielen. Sie hätte wirklich noch ein bisschen abwarten können, bis sie mich holt. Ich schmolle.

Dafür stelle ich mich heute nochmal stur. Gehe einfach nicht auf der Seite des Weges, auf dem Frauchen mich haben will. Obwohl ich dann ab und zu wegrutsche, weil es dort wo ich gehe glatt ist.

Und guckig gebe ich mich auch: Als zwei kleine Menschen im Schnee liegen und sich einer davon plötzlich bewegt. Das ist ja wohl auch nicht normal, dass Menschen sich im Schnee wälzen, oder? Frauchen und Herrchen habe ich dabei zumindest noch nicht erwischt …

Slettir vom Hochwaldhof




01. Januar 2013, 17:26

Polarlichter?

Heute Nacht war wieder die Nacht der krachenden Polarlichter - oder was auch immer das sein soll. Frauchen sagt, dass ist, weil ein neues Jahr beginnt.

Also wünsche ich allen ein gesundes, lustiges, spannendes neues Jahr!​!​!

Slettir vom Hochwaldhof




11. Dezember 2012, 13:53

Winterlangeweile

Ich weiß, im Sommer beklage ich mich, dass Frauchen ständig irgendetwas von mir will. Und jetzt behaupte ich, mir sei langweilig. Ist aber so. Die kleine Annie bringt zwar ein wenig Abwechslung, weil sie noch so viel Erziehung von uns anderen braucht (sie ist übrigens auch eine tolle Krabbelpartnerin), aber so richtig passiert nichts.

Frauchen und Herrchen unternehmen nur am Wochenende etwas mit uns, weil sie sich im Dunkeln fürchten oder so, und dann regt sich Frauchen auf, weil ich mir ein Hufeisen ausgezogen habe. Verstehe die ganze Aufregung nicht. Wir gehen trotzdem im Schnee ausreiten. Das gefällt mir. Ob wir mal wieder Wildschweine treffen? Nein, schade.

Dafür kommt Frauchen heute noch einmal. Und mein spezieller Freund, der Hufschmied. Der klopft mir mein Hufeisen wieder ran. Wie das nervt. Vielleicht sollte ich es mir das nächste Mal besser überlegen, bevor ich mir einen Schuh ausziehe - aber zumindest bringt es Abwechslung .​.​.

Slettir vom Hochwaldhof




03. November 2012, 21:02

Verliebte Jungs

Die junge, schwarze Stute, Annie, durfte ihre Verbannung verlassen und ist jetzt wieder bei uns. Sie riecht spannend. Findet Werano auch. Überhaupt findet er Annie so toll, dass er ihr nicht mehr von der Seite weicht.
Ich meine, dass er alle anderen verjagt und sich sogar von Paco oder Charly nicht beindrucken lässt ist ja in Ordnung. Aber dass er mich, seinen besten Kumpel und Spielgefährten wegschickt … Das ist echt doof.
Dann soll er doch, wasserscheu wie er ist, im Regen stehen. Und seine Futterrationen verpassen. Selbst schuld. Und wehe er kommt angekrochen, wenn sie nichts mehr von ihm wissen will!

Naja, ich kann schon verstehen, dass er sich in die Kleine verguckt hat. Ich finde sie ja auch gar nicht einmal so schlecht.

Slettir vom Hochwaldhof




06. Oktober 2012, 20:52

Die orange Schlange

Diese Menschen sind manchmal echt seltsam: Heute bringen sie eine riesige, orangefarbene Schlange auf die Koppel, buddeln eine Rinne und begraben sie dort.
Sie bewegt sich nicht mehr, das checke ich zusammen mit Frauchen.
Aber Werano braucht wahrscheinlich trotzdem Tage, bis er sich von dem Anblick erholt .​.​.

Slettir vom Hochwaldhof



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Die Geschichten sind teilweise frei nacherzählt. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind rein zufällig.